Stamm 13. Januar 2026 Schlössli Weiningen
Die Kartoffel mit der roten Haut
Um exakt 20:00 Uhr eröffnete der Präsident Roman Fleisch mit einer herzlichen Begrüssung den ersten Stamm 2026 der SVP Weiningen im Schlössli. Darauf folgte eine Frage an die Anwesenden, ob der ältere Herr auf dem historischen Foto erkannt werde. Es handelte sich um den ehemaligen Bundesrat «Ruedi» Minger, der als humorvoller Politiker bekannt war. Seine Fähigkeit, auch bei kritischen Themen passende Antworten zu geben, hat ihm unzählige Anekdoten und Sprüche eingebracht, über die bis heute geschmunzelt wird. Einmal sagte er, es stimme, er hätte die grössten Kartoffeln, aber sie haben keine rote Haut. Minger bleibt eine prägende Figur in der Geschichte der damaligen BGB, wo ab 1971 zur heutigen SVP führte.
Danach hörten die 52 anwesenden Mitglieder und Gäste aus dem Limmattal gespannt den Ausführungen von Barbara Schütz, Gemeinderätin und Werkvorstand in Weiningen, zu. Sie informierte über die künftigen Eckpunkte und den Ausblick für 2026. Ein zentrales Thema war der Start der Vorarbeiten zur Umfahrung in der Fahrweid, die eine spürbare Entspannung für die Anwohner des Quartiers bringen wird. Dies wurde mit einem herzlichen Applaus der Anwesenden gewürdigt.
Als Zeichen des Dankes erhielt die Gastrednerin ein Fläschchen Wein sowie Honig als süsse Beilage.
Im weiteren Verlauf des Abends informierte der Präsident die Mitglieder über den aktuellen Stand sowie die nächsten Schritte im Hinblick auf die Kommunalwahlen, die am 8. März stattfinden werden. Zudem gab er einen Überblick über die vier Vorlagen auf Bundesebene, zu denen die Partei die Parole gefasst hat.
Er erinnerte die Mitglieder an die nächsten Termine und ermutigte alle zur aktiven Teilnahme und Mitgestaltung.
Nach einer kurzen Pause begrüsste der Präsident Nationalrat Gregor Rutz. Er kündigte sein Thema an: die Problematik rund um das Vertragspaket Schweiz/EU. Die Zuhörer waren aufmerksam, während Rutz in die Tiefen eines der umstrittensten Dokumente unserer Zeit eintauchte, eines Vertrags von fast 2000 Seiten, der alle Anwesenden herausforderte, über die Grenzen politischer und rechtlicher Vereinbarungen hinauszudenken. Mit klaren und präzisen Worten stellte er die drängendsten Fragen des Vertrages vor. «Dieser Vertrag ist nicht nur ein rechtlicher Text», begann er, «sondern ein potenzieller Eingriff in unser Rechtssystem. Viele der darin enthaltenen Verpflichtungen erscheinen uns als undurchdringlich und komplex.» Seine Worte schafften es, die kritischen Fragen der Anwesenden zu wecken. Er wies auf die verschiedenen Aspekte, wie auch Herausforderungen hin, die die EU-Mitgliedschaft mit sich bringen würde. Dabei betonte er die Gefahr, dass ein solches Abkommen als eine Form der Unterdrückung durch die EU wahrzunehmen ist. Die Mienen seiner Zuhörer zeigten deutlich, dass das Thema nicht nur von akademischem Interesse war; es berührte die fundamentalen Fragen ihrer Souveränität und Identität. Am Ende seiner Präsentation bedankte sich der Präsident herzlich bei Gregor Rutz für dessen interessante Ausführungen und seine verständliche Art, diesen vielschichtigen «Monstervertrag» zu erklären. Der Austausch war nicht nur informativ, sondern zeigte auf, dass damit die Souveränität unserer Eidgenossenschaft ausgehebelt wird.
Der Abend fand seinen Ausklang gegen 21:45 Uhr bei den obligaten Würstchen mit Brot, zur dritten Runde folgten angeregte Gespräche, in denen die Anwesenden ihre Gedanken vertiefen und neue Perspektiven erkunden konnten. Der Dialog über den Vertrag und seine weitreichenden Implikationen setzte sich fort, und es wurde deutlich, dass dieses Thema noch lange beschäftigen würde.
Jasmin Jenny
SVP Weiningen